Montag, 20. März 2017

"Japan - der Matcha Cocktail": das Rezept

Diesen Matchacocktail haben Barkeeperfreund und Schauspieler A. Haueter vom BarMünster in Zürich und meine Wenigkeit gemeinsam an kalten Winterabenden Anfangs 2017 erfunden und entwickelt.

Er kommt so gut an, dass er nicht nur auf der kommenden Menü-Karte dieser Cocktail Trendbar erscheint, sondern ganz vorne als besondere Empfehlung der Bar zu finden sein wird.

Nach mehreren Anfragen veröffentliche ich hier exklusiv das Rezept für "Japan - der Matcha Cocktail", die Rechte darüber bleiben allerdings bei uns, © 2017. Private selbstverständlich, aber auch Bars dürfen dieses Rezept verwenden, den Cocktail aber nur unter der gleichen Bezeichnung "Japan" verkaufen. Der Namenszusatz " - der Matcha Cocktail", " - der Matcha Drink", " - the Matcha Cocktail" oder " - the Matcha Drink" sind allerdings gestattet. Das ist ein sehr ernsthafter Drink, der ein Welterfolg werden soll und meiner Einschätzung nach wird - dafür ist es aber wichtig, dass der Hauptname konstant bleibt. Wer ihn einmal probiert hat, wird schnell merken, dass er etwas wirklich besonderes ist.

  
Ein Foto des originalen Cocktailrezepts aus der Rezeptbox der Bar - geschrieben vom Miterfinder.

Die Farbe des Drinks im Hintergrund ist etwas extremer als der normale Cocktail nach Rezept - diesen habe ich heute Abend einmal probegesüffelt (für Extremisten) - er enthält die dreifache Dosis Matcha, ansonsten bleibt aber alles gleich. Der Drink hat so auf mich erstaunlich erfrischend gewirkt und war wunderbar ... aber eben nur wegen dem nächsten Punkt:

Ein sehr wichtiges Detail: Die Qualität des Matchas ist wider erwarten massgebend, weil bei diesem Drink der Matcha voll zur Geltung kommt und von den Aromen der anderen Bestandteile nicht negativ überdeckt wird - das ist der grosse Clou dieses Rezepts, aber auch das Problem, wenn die Qualität nicht ganz stimmt. Welcher Matcha genau verwendet wird ist zwar Betriebsgeheimnis - ich bitte auch alle Teefreunde die es wissen oder ahnen, darüber nicht öffentlich zu schreiben. Ich sage aber folgendes: Es handelt sich um allerhöchste Koicha Mönchs-Teezeremonien Qualität. Wenn man in irgendeinem guten Teeladen ist, ist der Teuerste gerade gut genug - das ist kein Scherz. Ganz besonders bei Erhöhung der Dosis (ich empfehle für Teeliebhaber ca. 2,5g pro Drink, etwa 2 Espressolöffel - so trinke ich ihn eigentlich immer), kommt der Matcha ganz ausserordentlich schön zur Geltung, und es ist auch ein toller Drink, aber eben die Qualität wird dann augenscheinlich, und nur wenn diese wirklich gut ist, ist der Drink auch richtig toll.

Wie klug es allerdings ist, so einen Drink mit knapp 4g Matcha um 23 Uhr zu trinken, das ist auch um fast 3 Uhr noch nicht ganz klar.

Nebenbei: Die Wahl des Gins ist ebenfalls wichtig - ich empfehle sehr, streng beim Rezept zu bleiben - wir haben es mit verschiedenen probiert, mit erheblichem (negativen) Unterschied auf die Zurgeltungkommung des Matchas.

So, jetzt habe ich immerhin einen würdigen Blog-Beitrag für das Jahr 2017 geschrieben.

Gruss
Kroet

Donnerstag, 14. Juli 2016

2016 Lao Ban Zhang Gushu Shou im ausführlichen Test

Die Pu'Er Koryphäe Jinsong Yu hat sich vorgenommen, dieses Jahr Bock samt Adler abzuschiessen und etwas zu produzieren, was zuvor vielleicht noch nie dagewesen ist. Die Kröte hat dazu ein Ständchen gequakt und sich ein Sample ergaunert, wovon Teeliebhaber noch im Wachzustand zu träumen glauben.

Wir sprechen hier von einem Shou aus Material der frühen Frühlingsernte sowie reinem Gushu Pflückgut - kein 15% Gushu Blend mit 85% Plantagenmaterial.

Wenn das kein Grund ist, das für die seit bald zwei Jahren anstehende, mitteloxidierte Oolong Oolympiade weiterentwickelte, Tee von der Erde bis zum Himmel vermessende Tee-Testsystem einmal wieder auf den Prüfstand zu schicken?


Let's begin!!


Aufgussdetails:
- 2 Gramm
- ca. 1,5 dl
- echte Jadekanne
- Temperatur: 95°
- Ziehzeiten: ca. 5 Sek. kalter Waschgang, 1. Durchgang: 90 Sek., 2. Durchgang: 60 Sek., 3. Durchgang: 120 Sek.
- Verwendetes Wasser: Saskia Kirkel still

Bewertungsdetails:
Es wird anhand der Notenskala von 6 (min.) bis 1 (max.) bewertet, mit bis zu 1/4 (0.25) Abstufungen. Die zusätzliche Prozentangabe bei den einzelnen Aspekten bedeutet deren prozentuelle Gewichtung in der Gesamtnote. Am Ende des Tests finden Sie eine hilfreiche Legende zu den einzelnen Teilnoten. 

























Aussehen der Blätter (unaufgegossen und aufgegossen) 
(5% der Gesamtwertung)

- unaufgegossen (2.5%): 2.5

Ein Shou hat grundsätzlich andere Stärken als die Optik, trotzdem ist es in diesem Fall ausnahmsweise interessant, man meint bereits die Dicke der Blätter zu erkennen und die Farben sind spannend und machen Lust auf den Tee!
























- aufgegossen (am Ende des Yi Pao Cha) (2.5%): 2.25

Ein sehr interessanter Fakt, der für ein Höchstmass von Fermentation spricht: die ausgelutschten Blätter und Stängel sind dermassen weit fermentiert, dass sie fast wie morsches Holz bei Berührung schon mit geringem Druck zu Mus werden, hier ein dicker Stengel:




Duft (unaufgegossen und aufgegossen)  
(10% der Gesamtwertung)

- unaufgegossen (die Blätter) (2.5%): 3.0

Eine Schwachstelle eines jeden jungen Shou - aber vergleichsweise kaum noch störendes Wodui von der Schnellfermentation, viel mehr eine interessant Pilz- und Walderdenote


- aufgegossen (der Tee beim 1. Aufguss) (5%): 1.75

Die Überraschung: Kein Wodui!
Torf, ungesüsster Kakao, leichter Mokka


- aufgegossen (die Blätter in der Kanne nach dem 1. Aufguss) (2.5%): 2.0

Ebenfalls kein Wodui!
Deftiger Geruch (und sehr interessante Wandlung davon): Düstere Waldwurzeln, -erde und Baumnadeln, Torf, schwarze Molasse



Aufgussfarbe (1. Aufguss) 
(5% der Gesamtwertung): 1.5

Wie im Gourmetbereich heutzutage mildgeröster Kaffee: weiches, warmes Braun - für mich sehr einladend.






















Geschmack (inkl. Vielschichtigkeit) (1. Aufguss) 
(20% der Gesamtwertung): 1.5

Ebenfalls kein Wodui zu verzeichnen!

Dieser Tee steht für mich für die süsse Seite des Lebens - Süsse in verschiedenen Facetten. Ein Tee zum Schwelgen und Geniessen. Eine derart samtene Textur, zungeumspielend und gaumenumschmeichelnd - warme, dichte, weiche Aromastruktur, aber wie die Königsdisziplin des Weins dabei leicht und nicht fett und schwer, mit der milden Würze aufs feinste ausbalancierte Süsse auf verschiedenen Ebenen, fast keine spürbare Bitterkeit, Hui Gan (wiederkehrende Süsse) legt sich wie Ebenen auf der Zunge ab, aber nicht wie bei Sheng Hui Gan die Süsse aus der Herbe entspringend, sondern eine Süsse folgt aus einer anderen Süsse, geheimnisvoll verborgen wie in Babuskas. Verblüffender Tee, ein Kunstwerk, wohl nahe der Perfektion, was mit Shou möglich sein dürfte. Anders als erwartet.



Nachhall [Geschmacksqualität, Geschmacksweiterentwicklung, Länge] (1. Aufguss) 
(10% der Gesamtwertung): 1.5

Wie oben erwähnt ein ausserordentliches Süssespiel. Minutenlanges, nur langsam abebbendes Hui Gan.



Ausdauer/Entwicklung: mehrfache Aufgiessbarkeit und geschmackliche Entwicklung der weiteren Aufgüsse  
(15% der Gesamtwertung): 1.5

Exzellent, selbst bei so leichter Dosierung sind noch etliche Aufgüsse drinnen.

Sollte man ihn beim zweiten Aufguss über dem Schreiben von ein paar Zeilen vergessen und versehentlich 10 Minuten lang ziehen lassen - kein Problem, er wird trotzdem wunderbar. Eine ganz leicht haselnussige Note kann dabei auftreten.



Wirkung (psychische und körperliche, sowie umgebende Mystik betr. Gegend, Sorte, Hersteller, Geschichte, etc.) 
(20% der Gesamtwertung): 1.25

Wirkung samtig sanft aber sehr stark! Mehr wie alter, herausragender Sheng. Nicht wie ein Gewitter wie sonst häufig bei gut gemachtem Shou. Wenn man vom Teetisch aufsteht befindet man sich definitiv im übertragenen Sinne in schwankender Wirtshausatmosphäre. Umgebende Mystik kaum zu übertreffen.



Preis/Leistung  
(15% der Gesamtwertung): 3.5

Ein Schnäppchen ist er nicht, darum muss er in diesem Punkt einstecken - wegen der Ausdauer werte ich ihn aber gerade noch befriedigend für den Preis. Aber der Preis-/Leistungsaspekt darf einfach nicht ausser Acht gelassen werden.



Endnote: 1.86
Individueller Titel: Erhabene Alternative für das Kaffeekränzchen einer Öl-Scheich-Runde

Bezugsquelle (mit etwas Glück in kleiner Menge beziehbar und nur auf persönliche Anfrage)



Definition der Bewertung der verschiedenen Aspekte des Tees:

1.0: Fast unerreichbare Perfektion - ein einmaliges Erlebnis, hier stimmt einfach alles - bei verschiedenen Aspekten überhaupt nur bei perfekten klimatischen Bedingungen erreichbar.

1.5: Weltklasse - dafür lohnt es sich, ein kleines Vermögen hinzublättern – üblicherweise um das Beste, was eine Region oder Sorte überhaupt zu bieten hat.

2.0: Exzellent, erhaben - Pflichtkauf für Tee-Liebhaber.

2.5: Sehr gut und lohnenswert - bei einfacherem Tee das Höchste der Gefühle, welcher nicht so komplex, dafür aber ausserordentlich gut gelungen ist und Spass macht.

3.0 Gut, solide - zu geniessen, haut einem nicht vom Hocker, ist aber lecker.

3.5 Befriedigend - lecker wäre übertrieben, kann man aber noch gut trinken.

4.0 Augen zu und durch - kann man noch trinken, aber weit entfernt von Spass. 

4.5 Lohnt sich nicht, dafür Wasser zu verschwenden - da könnte vielleicht mal was gewesen sein. Kann auch auf schlechte oder zu lange Lagerung zurückzuführen sein.

5.0 Einfach nur schlecht - verdirbt die Laune.

5.5 Ganz erstaunlich miserabel - man braucht ein besonderes Händchen, um überhaupt an solchen Tee zu gelangen.

6.0 Lebensmittelvergiftung - verdirbt nicht nur die Laune, sondern auch noch gleich den Magen.


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Sonntag, 18. Oktober 2015

Die leichtoxidierte (grüne) Oolong Oolympiade 2014: Underdog Thailand gegen China und Taiwan

Ursprünglich habe ich diesen Beitrag am 2. März 2014 auf dem Blog eines Kollegen veröffentlicht (Beweis).
Da dieser Beitrag dort aber inzwischen nicht mehr verfügbar ist, poste ich ihn hier auf meinem in der Zwischenzeit entstandenen eigenen Blog, denn nach 1,5 Jahren Wartezeit soll endlich auch bald die halboxidierte Oolong Oolympiade folgen!

Herzlich willkommen sehr geehrte Damen und Herren zu unserer Live-Schaltung der heute stattfindenden Oolympischen Spiele von Tea Lake City. Mein Name ist Gülden Kröt, und ich habe die Ehre, Ihnen die drei Spitzensportler vorzustellen, die es bis ins Finale geschafft haben.

Da ist zum einen der thailändische Herausforderer mit einem Kampfgewicht von 2 Gramm: #17 Jade Pearls First Flush aus Doi Mae Salong, Provinz Chiang Rai, dem Norden Thailands, nur ein paar Hundert Kilometer südwestlich von Pu'Er, China, beheimatet. Ach, da kommt er gerade! Vielleicht erwischen wir ihn für ein kurzes Interview. ... Mr. Pearls, einen Augenblick bitte, wie fühlen sie sich kurz vor diesem grossen Wettkampf? ... ja, ... ja, ... danke vielmals, und viel Glück wünschen wir ihnen! Er meint, er fühle sich etwas krümelig, und freue sich auf die erste Runde im Teich!

Ebenfalls mit 2 Gramm am Start die beiden Titelverteidiger, Nonpareil Li Shan aus Taiwan und der 7A Jade Tie Guan Yin aus China!

VLNR: Thailand, Taiwan und China - kurz nach der Kampfgewichts-Waage. (man beachte die unterschiedliche Kompaktheit - alle exakt 2.0 Gramm)

Alle drei repräsentieren die eher etwas grünere Linie ihrer grossen Oolong Familien. Nichtsdestotrotz gilt Li Shan praktisch offiziell als Nr. 1 der Oolongs in Taiwan, der Thailänder #17 Jade Pearls First Flush stammt von Pflanzen aus dem (Alishan) Hochland von Taiwan (also etwas niedriger als die Heimat von Li Shan) - es könnte sich aber trotzdem um einen Abkömmling der gleichen Varietät handeln - optimale Vergleichsvoraussetzungen also.

Die Spiele bestehen aus zwei Disziplinen: Turmsprung mit anschliessendem Synchronschwimmen und abschliessendem Nirwana-Drift. Alle mit dem exakt gleichen Gewicht, gleich warmem Wasser und gleich langer Tauchzeit. Danach folgt die neu eingeführte Disziplin des eierlegenden Wollmilchsau-Rodeos, wobei es gilt: Wie viel Spass kriegt man für wie viel Kröten? Oder etwas vegetarischer ausgedrückt: Ohne Moos nix los, entgegengesetzt betrachtet.


Mögen die Spiele beginnen!

Mit einem Kopfsprung stürzt sich Mr. Pearls aus Thailand ins 95° kalte Wasser, einen 150ml grossen Teich, gurgelt ein bisschen, und geht nach 95 Sekunden unter. So weit, so gut. Doch was meinen die Punketrichter zu dem Gezeigten?

Duft: wunderbar würzig, unglaublich lecker

Geschmack: sehr harmonisch, zart weiss-florale Wiesenblümlein, etwas Orchidee

Nachhall: schöner Nachhall, Geschmacksebene Wechsel darin zu Beginn, wird etwas "breiter", grün-floraler, relativ langer, konstanter Nachhall

... so das eindeutige Urteil der Jury!






















Doch nun ist Taiwan an der Reihe!
Mit einem doppelten Rittmeier springt er gekonnt vom Turm ins kühle Nass.
Nach ein paar Crawl-Übungen gleitet auch er ins Nirwana des Vergessens.
Ob das die Punkterichter zu begeistern vermag?

Duft: kaum sattzuriechen, etwas zwischen Grapefruit und Mandarine mit reifen, rot-floral würzigen Noten

Geschmack: etwas leichter, etwas würziger, ein kleines bisschen weniger floral, mehr gelblichere Blüten als weisslichere wie der Konkurrent zuvor

Nachhall: etwas süsslicher, zart rösthaselnussig (aber nicht wie ein nussiger Grüntee Bi Luo Chun, weniger aufdringlich, nicht bohnig, dafür röstig), einen Ebenenwechsel mehr als zuvor, das Florale spielt etwas weniger mit, etwa gleich lang, etwas verspielter

So weit die Jury. 



Es folgt das grosse Zittern. China betritt den Sprungturm.
Ja ist das denn die Möglichkeit, Mr. 7A springt und zieht an einer Fallschirmschnur,
und segelt gemütlich ins Wasser. Betrug, sagen die einen, grosse Kunst, die anderen.
Noch während des Getümmels ist er bereits sang- und klanglos untergegangen.

Die Jury meint:

Duft: betörende grünliche Orchidee

Geschmack: ach, er ist schon sehr gelungen. Orchidee, so, wie man sie sich wünscht. Ansonsten deutlich weniger Wiesenblümlein, nur ganz früh geschlüpfte im frühesten Frühling, etwas "grünlich"-blütig, aber klar nicht vegetabil sondern floral. Geradliniger, weniger verspielt, aber dies auf Top-Niveau. Etwas kühler getrunken (ca. 40-50°) kommt der samtig-cremige Aspekt sehr schön zur Geltung, welcher ansonsten meist nur durch sehr starkes Rösten, oder etwas andersartig durch Milchbedampfung hervorgebracht werden kann.

Nachhall: etwas monotoner als die beiden zuvor, etwa gleichbleibend zum Trinkgeschmack, natürlich etwas gedämpft wie mit "Stöpsel" auf der Trompete, aber sehr gelungen. Für nicht dunkelst fermentierte und geröstete einen langen Nachgeschmack.

Für mich vom Zielgeschmack her klar der "von-langer-Hand-Geplanteste" der drei.



In der zweiten Disziplin, dem eierlegenden Wollmilchsau-Rodeo, besser bekannt unter dem Begriff Preis-/Leistungsverhältnis, hat Thailand die Nase vorn, danach kommt der chinesische Kontrahent, und zuletzt unser taiwanesischer Luxussportler. Bei ihm trifft das Sprichwort am meisten zu: Ohne Moos nix los. Aber auch: Wer hat - der kann! In diesem Sinne.

Auf dem Podest (der kärglichen Meinung des Reporters) stehen entgegen dem Rat seiner Angetrauten alle drei auf dem obersten Platz, ein Fotofinish ohne Foto, und nicht einmal aus Finnland, aber trotzdem saugut! Alle drei Tees sind derart fantastisch und begehrenswert - die zarten Vorteile des einen werden durch die Nachteile des anderen aufgewogen. Oder so ähnlich. Sie machen dem Namen Tee alle Ehre, ansonsten wären sie nie in ihrer Karriere so weit gekommen. Auch wird bei den Tee Olympiaden das Preis-Leistungsverhältnis stark berücksichtigt, so dass der engagierte Sesselsportler auch seine eigenen Schlüsse daraus ziehen kann - aber trotzdem: Im Top-Bereich kann Thailand punkto Geschmack und Raffinesse bereits auf Augenhöhe China und Taiwan begegnen! Prädikat: Bildungslücke geschlossen.

VLNR: Thailand, Taiwan, China

Die drei Athleten nach dem Wettkampf, völlig am Ende, am Boden zerstört.
Da kommt selbst die Rettungssanitäterin zu spät und verwirft die Hände - alle drei werden vereint zu Chilli Kompost. Möge, so Gott will, die bald auf ihnen wachsende Bhut Jolokia Chilli die spektakulären Aromen der drei Spitzensportler in sich weitertragen. (Nachtrag aus dem Oktober 2015: Das Resultat wurde schärfetechnisch der schiere Wahnsinn!)


Bezugsquellen der drei Teilnehmer:

Der thailändische Oolympionike wohnt hier: Teamania

Der taiwanesische Supersportler ist hier anzutreffen: Teavivre

Der chinesische Athlet ist derzeit leider ausverkauft, sein "jüngerer, einfacherer und günstigerer Bruder" ist aber hier aufzufinden: Chenshi China Tee

Anmerkung: Bei den Teilnehmern dieser Oolympiade handelte es sich durchwegs um die Jahrgänge 2013.


Kommentare:

  1. Toller Bericht, Kröti! :)
    Wenn das mal keine zukünftige olympische Disziplin wird...! ;)
  2. Unterhaltsamer Bericht, Güldenes Panzertier!

    Aber vielleicht hättest du statt 3 lieber 5 Oolongs bewertet! Dann hättest du die Teller mit den Infusionen (wie auf dem letzten Bild) in Form der Olympischen Ringe darstellen können - das wär's gewesen...

    Beste Grüße
  3. Sehr geschätzte Tee-Aficionados

    Es freut mich sehr, dass euch mein experimenteller Bericht gefallen hat. Ich wollte unbedingt mal etwas neues machen, mehr Unterhaltung und auch ein kleines bisschen Spass in Tee-Reviews miteinbringen.

    @Stöv: Gute Idee. Wenn wir ehrlich sind, war das ja erst die grüne Oolong Olympiade, es muss fast zwingend die halb oxidierte à la Oriental Beauty und die fast ganz oxidierte à la Da Hong Pao folgen. Da wird dein Vorschlag mit den 5 Teilnehmern und den olympischen Ringen in die Tat umgesetzt! Es ist ja zudem auch nur fair, noch 2 weitere Länder zuzulassen.

    Die Vorbereitungen auf die halboxidierte Oolong Oolympiade finden
    hier statt.

    Mit besten Grüßen
    Törte L.

Sonntag, 9. August 2015

Warum sind manche Grüntees magenfreundlicher als andere?

Howdy Tee-Orgien-Süffler!

Ich trinke ja wieder etwas mehr Grüntee, da ist mir eine kleine Theorie "passiert", aus vergangenen Erlebnissen zusammengeschustert.

Also an der Oxidation wird es ja wohl nicht liegen, diese liegt bei Grüntee generell etwa um die 1% (ungewollt).

Vielleicht aber an der Beschattung? In Japan gilt diese als herbedämmend.
Es gibt eine Theorie (ebenfalls von mir), dass die japanische Beschattung lediglich
eine künstliche Imitation von in China natürlich existierenden,
fast beständig von Nebel und Wolken verhangenen Teeberge ist,
was aus klimatischen Gründen so in Japan (leider) nicht natürlich existiert.
Aber nach kürzlichen Erfahrungen mit einem solchen sehr erlesenen Yun Wu
(Wolken Nebel) Tee, der im Gegensatz zu einem gänzlich anderen Grüntee
doch spürbar mehr auf den Magen geschlagen ist (in erheblicher Menge wohlgemerkt),
scheidet für mich dieses Kriterium als ein wirklich essentielles Kriterium aus.
Und damit auch gleich das Kriterium des Pflückguts von ganz jungen/feinsten Blättchen
im Gegensatz zu bereits etwas grösser geernteten Blättchen (natürlich in üblichen Grenzen).
Der Erntezeitpunkt hingegen ist klimatisch gesehen aber sicher nicht ganz ausser Acht zu lassen, wenn er auch meiner Meinung nach doch in einem nicht verhältnismässigen Mass überbewertet ist.

Beim Boden schnappte ich einmal von einem chinesischen Teebauern auf,
dass wenn dieser Sand enthalte, mache das den Tee weniger herb.
Diesen Punkt kann ich aber derzeit noch nicht gänzlich einordnen, bestätigen oder widerlegen,
möchte ihn aber trotzdem einmal hier aufführen.

Schlussfolgerung

Ich persönlich denke, die 2 nachfolgenden Faktoren sind im Verhältnis zu den Vorhergehenden überproportional massgeblich:

1.: Der entsprechende Kultivar:
Gewisse Kultivare sind "von Natur aus" schlicht erheblich herber
als andere. -> Diesen Aspekt tangiert etwas ausführlicher dieser Beitrag.

2.: Ebenfalls massgeblicher Faktor ist der Grad des Bratens oder Dämpfens:
Nicht auf extreme Hitze oder Röstaromen ausgerichtet, sondern darauf,
dass der Tee durch den Vorgang auch wirklich "gar" geworden ist.
Als allgemeinverständliches Beispiel z.B. einen Fisch, auf höchster Hitze gebraten,
aussen verbrannt, aber innen nicht durch -> das genau ist nicht das Ziel.

Ich freue mich auf Feedbacks und Widerlegungen aus euren eigenen Beobachtungen. ; )

Der grosse Begriff: "Ein korrekter Tee"

Geschätzte Tee-Süffel-Kollegen

Auch wenn ich ganz sicher noch viel zu lernen habe,
sammle ich hier einmal alle meine diesbezüglich relevanten Erkenntnisse.

Einleitung: Gewisse Kultivare sind besser geneignet, daraus bestimmte Teesorten
herzustellen als andere (konkretes Beispiel folgt ein paar Zeilen weiter unten).
Daraus ergibt sich der ...


1. Aspekt eines korrekten Tees - SELEKTION:

Die richtige Wahl des Kultivars für die herzustellende Tee-Sorte

"Aber so über alles erhaben sind diese Mengendefinitionen zugegeben auch nicht, z.B. die konsumierte Menge Grüntee vorgestern war wesentlich geringer, und war mir aber etwas auf den Magen geschlagen. Ein Grüntee davon war auch im hochtemp. Test erheblich herb geworden, ich sage ja auch nicht, dass man jeden Grüntee deswegen
als unkorrekt klassifizieren sollte.
Ich würde jetzt einen echt krassen Schritt gehen, wenn ich sagen würde,
der Tee ist nicht korrekt, weil der Kultivar nicht für die ihm entsprechende
Teesorte verwendet wurde. Was aber, wenn er Tradition hat?
Das Ganze wäre ja auch aus der Luft gegriffen, wenn es nicht auch Grüntees
gäbe, die den Härtetest mit Genuss ohne übermässige Herbeentwicklung
bestehen würden. Erheblich andererseits wäre, wenn ich von der identischen
Teesorte aus dem selben Kultivar auf einen Tee stossen würde,
der diesen Test bestehen würde."

Es geht beim obigen Zitat eigentlich bloss um die fett markierten 3 Zeilen.
Beim Rest bin ich mir noch nicht restlos sicher, ob dieser Fall dem
1. oder 2. Aspekt zuzuordnen ist, oder ob gewisse Grünteesorten
ein Recht besitzen, weniger gut verträglich zu sein als andere Grünteesorten.
Ich denke letzteres langfristig gesehen eher weniger.


2. Aspekt eines korrekten Tees - PRODUKTION:

Nicht primär auf fruchtig-frisches, kaufentscheidungsförderndes Spektakel, sondern auf Bekömmlichkeit hin produziert

"Ich möchte aber zusätzlich noch ein kleines Bisschen detaillierter auf die mehr oder weniger
bekömmlichen Teesorten eingehen:
Das hat wenig mit der jeweiligen Sorte an sich, sondern mehr mit der individuellen Herstellungsweise
des jeweiligen Teebauern zu tun.
Hierzu aus dem Kopf einen ungefähren Ausspruch von Teemeister Atong:
dass "nur richtig gekochte (=gut geröstete) Oolongs wirklich bekömmlich sind".
D.h. wenn kaum geröstet = magenfordernder. Der springende Punkt ist nicht der Oxidationsgrad.

Also auch mal in dieser Hinsicht ein Hoch auf Teemeister Atong!
Der Typ denkt einfach ehrlich mit und macht Tee, so wie er es wirklich korrekt findet,
auch gegen den Trend. Dafür wird er übrigens häufig von anderen Teebauern leicht
verspottet, weil ja niemand mehr solche traditionellen Oolongs kaufen wolle.
Na gut Trend, dann hat es mehr von der wahren Ware für mich! ^_^"

"Das ist z.B. eine klare Richtlinie für korrekten Tee.
Der Tee muss dem Kultivar entsprechend bekömmlich produziert sein.
Sogar ein guter, junger Pu'Er ist bekömmlich, wenn er korrekt ist,
sogar wenn er aus Lao Man-E stammt.
Klar, eine Richtlinie darf nie darauf hinausgehen, ob der Tee einem
persönlich schmeckt oder nicht, sondern lediglich, ob er korrekt gemacht
(und gelagert) ist oder nicht."


3. Aspekt eines korrekten Tees (grüner und gelber Tee in diesem Punkt ausgenommen) - PRODUKTION:

Nicht auf einen schnell vergänglichen, gewinnenden Eindruck beim Verkauf, sondern auf Langfristigkeit hin produziert

"Ich kann mir vorstellen, dass der allererste Kontakt mit dem traditionellen Oolong nicht so einfach ist.
Darum ja auch u.a. der Trend. Aber das ist wie wenn die gesamte Weinwelt
alle Weine auf supersüss und superfruchtig umstellen würde - so dumm ist das
Burgund und das Bordeaux glücklicherweise nicht.
Ich erinnere mich genau, mein erster Oolong von Atong war Ende 2013
ein 2012er Zheng Dongding. Ich konnte mich mit der traditionellen Machart
(d.h. ziemlich stark oxidiert und gekocht/geröstet) zuerst überhaupt nicht zurechtfinden,
ich war völlig in der grünen Oolong-Welle gefangen, aber heute ist es für mich beim Dong Ding das einzig Wahre geworden (abgesehen von der noch traditionelleren, noch dunkleren und noch stärker gerösteten Variante, aber die macht Atong auch nicht, sondern nur ein uralter Teebauer-Freund von ihm, diese ist auch noch interessant). Solche Sachen sind aber wie gesagt in Taiwan überhaupt nicht Mainstream, ich habe ja auch z.B. etwa ähnlich lang den 2011er Nantou Competition Winner Dong Ding, aber das echt Dramatische ist, wie unterschiedlich sich die beiden Dong Dings entwickelt haben in den vergangenen ca. 500 Tagen in meinem Tee-Archiv:
Der zwar mMn gut geröstete, aber doch sehr grüne Competition Winner Dong Ding
fällt geschmacklich geradezu dramatisch auseinander - es ist fast eher ein gekugelter
und gerösteter Grüntee, während der viel günstigere von Atong eine wahre Metamorphose durchlebt hat, wie von der Raupe zum Schmetterling. Nebenbei für mich auch noch ein weiteres, besonderes Qualitätsmerkmal für korrekten Tee (gut, Grüntee ist da natürlich ausgenommen).
Jetzt ist er so gut, dass ich nichts davon hergeben würde. :D
Und Ende 2013 hielt ich es für einen Fehlkauf! :lol:
Aber man lernt."

Die bisherigen 3 Punkte kann auch ein günstiger Tee erfüllen, d.h. hier endet das "Ziel" des "normalen" westlichen Teetrinkers. Dinge wie ökologisch verträglich, humane Bedingungen etc. sollte ja jeder/m klar sein und muss nicht sonderlich erwähnt werden.
 
Mit dem 4. Punkt gehe ich für viele vielleicht bereits schon über den Begriff "Korrekt" hinaus, hin zu einem, wie ich vielleicht alternativ sagen würde, grossen Tee:

4. Aspekt eines korrekten Tees - SELEKTION (für die Produktion verwendetes Material):

Bei einem in tieferem Sinne korrekten Tee ist eine deutlich positive, physisch wahrnehmbare und reproduzierbare Wirkung zu verzeichnen (und ich spreche nicht von aufputschendem Koffein!).


So, das wars. Um noch einmal ganz klar festzuhalten: "Korrekter Tee" hat nichts damit zu tun, ob einem persönlich dieser oder jener Tee schmeckt oder nicht - das ist eine ganz andere Geschichte, die  aus der Thematik herauszuhalten ist - ansonsten ist die Beurteilung nur subjektiv. Dies hier ist aber die Anleitung zu wahrhaft objektiven Tee-Qualitätsbeurteilung, welche nichts mit dem persönlichen Geschmack zu tun hat.

Freitag, 1. Mai 2015

Zukunftsvisionen


Zwei Teeberichte aus der Zukunft über zwei meiner Teegefährten, VanFersen und Key, welche ich als Reporter der Teetalk-News letztes Jahr verfasst habe. Es ist ja leider stets möglich, dass der Inhalt eines gesamten Forums unwiederbringlich abschwirrt, darum hier als hoffentlich noch wachsende kleine Sammlung gesichert. Noch ein paar einleitende Worte: Fersi bestellt soviel der Geldbeutel nur irgend hergibt und schreibt etwa ebenso intensiv Tee-Reviews für beinahe unzählige Teehäuser. Key ist bekannt für seine besonderen Teemischungen und seine Sparsamkeit beim Umgang mit Tee.


Fersi's ultimative Tee-Bestellung in China

Wien im Jahre 2050.
Die Wiener Innenstadt wird evakuiert.
Grund: Fersi hat dieses Jahr den gesamten verfügbaren Tee in China geordert, und die Anlieferung steht kurz vor der Tür. Sämtliche mitteleuropäischen Lieferbediensteten der FUD (Fusion von Feddex, UPS und DHL) sind im Anrücken auf Fersi's Türklingel. Er kocht sich bereits schon mal etwas Wasser auf.

Jedoch, wie will Fersi das alles bloss bezahlen? Ganz einfach - mit Reviews! Fersi schreibt inzwischen über alles und jedermann. Keine Kuh in Österreich hat noch einen Wert ohne Fersi-Review!

Und wo kann Fersi bloss den ganzen Tee unterkriegen? Im einem letzten Winkelzug kurz vor der Anlieferung, hat er dem Schicksal, zu Hause erdrückt zu werden, ein Schnippchen geschlagen, indem er über das neue Wiener Opernhaus eine 1000-seitige Review schrieb, welche sich das Opernhaus aus einem finanziellen Engpass nicht mehr leisten, und es sich so Fersi unter den Nagel reissen konnte. In der Folge entliess er alle Mitarbeiter mit Ausnahme des Hauswarts, um das Opernhaus zu einen gewaltigen Tee-Speicher umzufunktionieren!

Wie sich die Sache weiter entwickeln wird, und ob Fersi überhaupt zu Hause sein wird, wenn es klingelt, ja, das werden wir noch früh genug erfahren!!


Bis dahin, für die Teetalk News

Gülden Kroet


In der nächsten Ausgabe erwartet Sie:

Prognose für das Jahr 2038:

Oberhausen.
Der Tee-Druide Key hat nach jahrzehntelangem Forschen den Tee-Zaubertrank entdeckt.
Wird gar ein neues Tee-Gallien des Widerstandes entstehen?
Diese und weitere Fragen werden wir beantworten, als auch den Tee-Zaubertrank
für Sie live in der Zukunft verkosten, und dabei auch noch gleich die Frage klären,
ob die teegasse noch immer "kurz vor der Eröffnung" steht. :thumbup:



Key, unser Tee-Druide

Wir unterbrechen das laufende Programm für einen SOS-Livebericht aus der Zukunft!

Sehr geehrte Damen und Herren, soeben meldet unser Reporter aus der Zukunft in der Nähe von Oberhausen, dass sich bedrohende Ereignisse durch das Wirken des Tee-Druiden Key abspielen! Wir wollen versuchen, mit ihm eine direkte Verbindung zustandezubringen, bitte bleiben Sie dran!

Piep, Piiiiiep, Krächz, Knaacks!

Können Sie mich hören?
Ja, ich glaube die Leitung steht!
Werte Damen und Herren - für alle, die mich in der Vergangenheit hören können, ich berichte direkt aus dem Jahr 2038, in der Hoffnung, dass irgendjemand diese Nachricht hören kann und die gefährlichen Machenschaften des gefürchteten Tee-Druiden noch in seinen Anfängen zu stoppen vermag!

Doch ich muss Ihnen von den Anfängen berichten, wie das alles überhaupt erst so weit kommen konnte!


Als der deutsche Tee-Blogger Key ...

photo-86.jpg
Ein Aktenfoto aus besseren Zeiten, als er noch harmlos war.

... im Jahre 2021 die eurumikanische Auszeichnung für den weltweit sparsamsten Umgang mit Tee erhielt (er koche ihn jeweils aus, so berichteten zumindest in der Szene einschlägig bekannte Medien), und er auch noch im darauffolgenden Jahre 2022 die Auszeichnung für die weltweit grösste, private Tee-Sammlung erhielt, packte ihn der Ehrgeiz restlos!

Nie mehr solle ihm je noch einziges Fitzelchen an Geschmack von einem Tee umkommen, und so begann er, einen ganzen Tag lang jeden einzelnen aufgebrauten Tee auszukochen, was bereits die ersten Schwaden des sonderbaren grünen Nebels über Oberhausen mit sich brachte.

Doch dem war noch lange nicht genug, von den nun stetigen Dämpfen bereits in das Anfangsstadium des heutzutage berüchtigten Tee-Druiden verwandelt, begann er ein Jahr darauf den Tee jeweils eine ganze Woche lang auszukochen! Doch Oberhausen war erst restlos verloren, als er anfing, dem Kessel Schwarztee jeweils seine 21 verschiedenen Sorten Ingwer, einen Schuss Orangensaft, sowie eine kleine Prise Matcha hinzuzufügen! Unbewohnbar wurde die ganze Gegend - überall dieser dichte, grüne, bissig scharfe Nebel, kein Wunder, denn inzwischen kochte er in bereits zwei Dutzend 200 Liter grossen Kesseln bei Tag und bei Nacht auf offenem Feuer, das Anwesen ist damals bereits zu einer richtiggehenden Kultstätte geworden, in Feuer, Nebel und Rauch gehüllt.

Lange wusste man nicht, weshalb Key überhaupt diesen imensen Aufwand betrieb, bis ein früherer Zeitzeuge aus alten Teetalk-Tagen dem Sonderkommando Druide K. den entscheidenden Tipp gab: Der Druide braue wahrscheinlich unvorstellbar starke Tee-Extrakte! Wie sich kürzlich erst herausstellte, sind diese sogar noch weit gefährlicher als Nitroglycerin einzustufen. Ein einziger Tropfen genüge, um einen stattlichen Baum in sekundenschnelle auf die doppelte Grösse anwachsen zu lassen, und im gleichen Atemzug würde er auch bereits schon abgestorben sein. Kein Mensch und kein Tier soll jemals einen dieser Tropfen berührt haben, nur der Druide selbst, und ein paar um sich geschaarte Jünger, bestehend aus Abtrünnigen der schwarzen Rotte der Shu-Brüder des Shuhu-Uhus, welchen der Shu zu mild geworden sei, sollen sich in unmenschlichen Rauschzuständen jeweils diesem schwarzen Gifte ungestreckt aussetzen!! Ohne die harte Schule des Shu hätte gewiss keiner dieser tapferen Männer überlebt. Doch aufgrund der Intensität der Dämpfe, welche sich durch jede Schutzmaske fressen, und selbst unbemannte Flugzeuge fluguntauglich machen, konnte keinen anderer Sterblicher in den vergangenen Jahren noch bis zu ihnen vordringen.

So lebte dann der Druide und seine Jünger quasi in einer Parallelwelt, unbehelligt von der
restlichen Menschheit. Doch irgendwann war es so weit! Der Druide war fertig mit den Vorbereitungen für die Übernahme der Welt. Wie Wissenschaftler aus dem aufsteigenden Tee-Nebel um Oberhausen zu lesen glauben, mache sich nun in diesem Augenblick der Druide mit seinen Jüngern auf, mittels seiner in den vergangenen Jahren gewonnenen, unglaublich gefährlich-starken Extrakte, sämtliche Quellen, Flüsse, Seen und Meere in einen gar furchtbaren Tee zu verwandeln, welchen keine Lebewesen ausser dem Druiden und seinen Jüngern zu überleben im Stande sind. Jedoch der Druide und seine Jünger gedenken diesen Schritt nicht aus Bosheit, sondern einzig ihrem weltvergessenen Genuss zugunsten zu unternehmen, um auf diese Weise für alle Zeiten ihr Tee-Schlaraffenland zu erschaffen, welches für die restliche Menschheit aber nichts weniger als ihren Untergang bedeutet.

Wer kann den Druiden bei dieser seiner letzten, schrecklichen Mission noch stoppen?!? Wir können es heutzutage nicht mehr, zu mächtig ist er geworden, zu dicht und gefährlich der ihn ständig umgebende Nebel. Die Menschheit ist verloren, wenn nicht einer von euch Zuhörern aus der Vergangenheit den Teetalker Key von seiner schrecklichen Angewohntheit abbringen kann, seinen Tee ... auszukochen!


Für das Wohlergehen der Menschheit berichtete,
Gülden Kroet

Guten Abend miteinander.

Montag, 22. Dezember 2014

Gesunder und ungesunder Teekonsum

 Zugegeben, die beiden süssen Hoppel haben mit dem Thema nichts zu tun.


Aufgeschreckt durch Geschichten über Magenprobleme durch übermässigen Teegenuss, möchte ich eine einfache aber wirksame Liste von drei wichtigen Punkten zusammenstellen, welche ich bisher in diesem Zusammenhang gelernt habe. Es gibt auch wesentlich umfangreichere und einschränkendere "Anleitungen zum gesunden Teegenuss", aber ich denke, mit dieser hier fährt man nicht schlecht.


1. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, was Basen und Säuren anbelangt

Da Tee vereinfacht gesagt sauer ist, sollte man umsomehr auf einen Basenüberschuss achten, bedeutet konkret und vereinfacht:

mehr: Obst, Gemüse, Salat, Sprossen, Kartoffeln und von mir aus auch Reis
weniger: Fleisch, Nudeln, Brot, Zuckerhaltiges (Essen und Getränke)

Hiermit schlägt man nebenbei auch gleich eine ganze Menge weiterer Fliegen mit einer Klappe! ; )


2. Trinke keinen Tee vor dem Frühstück und das Thema Eisenaufnahme

Frühstücke ausgiebig, und geniesse optimalerweise erst eine Stunde danach den ersten Tee.
Wenn du beim Frühstück zudem z.B. ordentlich Nüsse mampfst (z.B. im Müesli), hast du evtl. auch gleich das Thema Eisen für den ganzen Tag erledigt, und musst dir darüber keine weiteren Gedanken machen (die Eisenaufnahme verträgt sich nicht so gut mit dem gleichzeitigen Teegenuss).


3. Empfohlene Tagesdosis

Auch wenn als verständliches Beispiel Sport grundsätzlich gesund ist, kann zu viel doch auch wieder ungesund sein. Und so ähnlich ist es auch beim Tee. Es kommt hierbei aber auch auf die Umstände an.
Wenn ich das mal richtig mitgekriegt habe giesst Hobbes nur noch einen Tee pro Tag auf (diesen natürlich zig Mal). Da er aber fast nur Pu'Er trinkt, ist das z.B. auf einen westlich-traditionellen Schwarzteetrinker übertragen aber aus verschiedenen Gründen nicht ganz korrekt. Der Grund ist das komplexe Thema der mehr und weniger magenfreundlichen Tee-Sorten - richtiger gesagt: unterschiedlichen Herstellungsweisen, denn die gleiche Oolong-Sorte z.B. kann mit der Herstellungsweise des einen Teebauern magenfreundlicher sein, und jene eines anderen Teebauern weniger magenfreundlich - der springende Punkt hier ist der Röstgrad; wenn kaum geröstet/gekocht, dann ist der Tee weniger magenfreundlich.

Da dies aber sehr individuell ist, denke ich als gute und teesortenübergreifende Richtlinie sollte man pro Tag, wenn man es noch ein Bisschen mit dem Magen hat, nicht mehr als 5 Gramm Tee verkonsumieren. Um zwar nicht wegen dem Fluorid, rein deswegen könnte man deutlich mehr, sondern wegen der Säure. Wenn man sich dann mit der Zeit ausreichend basenüberschüssig ernährt, kann man problemlos auf 10 bis max. 15 Gramm Tee pro Tag steigern.



Randbemerkung (offtopic)

Wenn einem der Punkt 2 schwer fällt, kann dies neben der Gewohnheit auch ein etwas verborgener Hinweis auf einen Mangel an wichtigeren Prioritäten in der Lebens-Ausrichtung sein.