Montag, 22. Dezember 2014

Gesunder und ungesunder Teekonsum

 Zugegeben, die beiden süssen Hoppel haben mit dem Thema nichts zu tun.


Aufgeschreckt durch Geschichten über Magenprobleme durch übermässigen Teegenuss, möchte ich eine einfache aber wirksame Liste von drei wichtigen Punkten zusammenstellen, welche ich bisher in diesem Zusammenhang gelernt habe. Es gibt auch wesentlich umfangreichere und einschränkendere "Anleitungen zum gesunden Teegenuss", aber ich denke, mit dieser hier fährt man nicht schlecht.


1. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, was Basen und Säuren anbelangt

Da Tee vereinfacht gesagt sauer ist, sollte man umsomehr auf einen Basenüberschuss achten, bedeutet konkret und vereinfacht:

mehr: Obst, Gemüse, Salat, Sprossen, Kartoffeln und von mir aus auch Reis
weniger: Fleisch, Nudeln, Brot, Zuckerhaltiges (Essen und Getränke)

Hiermit schlägt man nebenbei auch gleich eine ganze Menge weiterer Fliegen mit einer Klappe! ; )


2. Trinke keinen Tee vor dem Frühstück und das Thema Eisenaufnahme

Frühstücke ausgiebig, und geniesse optimalerweise erst eine Stunde danach den ersten Tee.
Wenn du beim Frühstück zudem z.B. ordentlich Nüsse mampfst (z.B. im Müesli), hast du evtl. auch gleich das Thema Eisen für den ganzen Tag erledigt, und musst dir darüber keine weiteren Gedanken machen (die Eisenaufnahme verträgt sich nicht so gut mit dem gleichzeitigen Teegenuss).


3. Empfohlene Tagesdosis

Auch wenn als verständliches Beispiel Sport grundsätzlich gesund ist, kann zu viel doch auch wieder ungesund sein. Und so ähnlich ist es auch beim Tee. Es kommt hierbei aber auch auf die Umstände an.
Wenn ich das mal richtig mitgekriegt habe giesst Hobbes nur noch einen Tee pro Tag auf (diesen natürlich zig Mal). Da er aber fast nur Pu'Er trinkt, ist das z.B. auf einen westlich-traditionellen Schwarzteetrinker übertragen aber aus verschiedenen Gründen nicht ganz korrekt. Der Grund ist das komplexe Thema der mehr und weniger magenfreundlichen Tee-Sorten - richtiger gesagt: unterschiedlichen Herstellungsweisen, denn die gleiche Oolong-Sorte z.B. kann mit der Herstellungsweise des einen Teebauern magenfreundlicher sein, und jene eines anderen Teebauern weniger magenfreundlich - der springende Punkt hier ist der Röstgrad; wenn kaum geröstet/gekocht, dann ist der Tee weniger magenfreundlich.

Da dies aber sehr individuell ist, denke ich als gute und teesortenübergreifende Richtlinie sollte man pro Tag, wenn man es noch ein Bisschen mit dem Magen hat, nicht mehr als 5 Gramm Tee verkonsumieren. Um zwar nicht wegen dem Fluorid, rein deswegen könnte man deutlich mehr, sondern wegen der Säure. Wenn man sich dann mit der Zeit ausreichend basenüberschüssig ernährt, kann man problemlos auf 10 bis max. 15 Gramm Tee pro Tag steigern.



Randbemerkung (offtopic)

Wenn einem der Punkt 2 schwer fällt, kann dies neben der Gewohnheit auch ein etwas verborgener Hinweis auf einen Mangel an wichtigeren Prioritäten in der Lebens-Ausrichtung sein.

Montag, 15. Dezember 2014

Der Greis und sein Tong: Ein Pu'Er-Roman (ongoing)



1. Kapitel

Wir schreiben das Jahr 1960. Es ist bereits wieder Frühling, als unsere Geschichte beginnt.
Die Sonne scheint schon beachtlich auf eine Ameisenstrasse durch die Lupe des Dorflümmels Wu,
als unser Held, der auf den beschwingten Namen Wong Fei Dung hört, zu leicht geworden ist für seine Arbeit.

Vom Leben gezeichnet, wurde er in seinen alten Tagen zu einem dünnen Sprenzel.
Aber er sollte noch viel älter werden. Als die anderen Mitarbeiter bemerken, wie Wong zu hüpfen beginnt, damit der Pu Erh endlich gepresst wird, wird er noch am selben Morgen unehrenhaft in den Ruhestand befördert, denn mit Hüpfen wird er nicht mehr schön rund. Dabei war er sein ganzes Leben so gerne Pu Erh Presser gewesen, und nun plötzlich, das Aus. Er kehrt langsam zu seiner einsamen Hütte in dem fast schon steilen Berghang zurück, wohin er sonst stets erst gegen Abend heimkehrte, aber, was soll er denn da jetzt überhaupt noch? Etwas unterhalb seines Hauses erstreckt sich ein malerischer Wald, wo mitunter auch wilde Teebäume wachsen, und über den Wipfeln die Aussicht auf die umgebenden Berge. 50 Jahre hatte er dort doch etwa gearbeitet, und nun? Ein paar geheuchelte Worte des Dankes. Und das wars? Niemand konnte dabei doch seine Hüften so schwingen wie er. Worauf sollte er sich noch freuen? Die Aussicht tat ihm weh. Das Leben, wenn er dann mal wie jetzt zur Ruhe kam, tat ihm weh, ohne seine Frau. Sie war weg, und er wusste nicht wohin. Seine Kinder waren vor vielen Jahren in verschiedene Städte gezogen, und er wusste nicht einmal genau in welche. Sie schrieben ihm nicht. Schon lange nicht mehr. Und er hatte ihnen nichts mitzuteilen, was sie interessiert hätte, und ausserdem wusste er nicht einmal, ob die gesammelten Adressen überhaupt noch stimmten.

An diesem Tag wurde der Sheng nicht gepresst. Er wurde nach dem Trocknen in der Sonne lose in ein Tongefäss gesteckt, da niemand da war, um ihn zu pressen. Deckel drauf, und für viele Jahre vergessen.

Am nächsten Tag kam der neue Presser, und die übliche Produktion konnte wie
bis anhin weitergehen. Schon nach wenigen Tagen dachte niemand mehr an den alten Wong.
Aber in einer stürmischen Nacht, als der Wind durch die Balken der Häuser pfiff, und in der Ferne der Donner grollte, hatte der Betriebsleiter einen Traum. Er sah den alten Wong, nein, er sah nur Hüften kreisen, aber er wusste, dass es der alte Wong war, und er musste während dem Schlafen beinahe etwas lächeln. Doch auf ein Mal wurde ihm bewusst, wie schlecht er Wong behandelt hatte - er gehörte einfach zum Inventar, wie eine Maschine und man konnte mit ihm machen, was man wollte - er wehrte sich nie, und er beklagte sich auch nie, auch wenn er ihm den schon kärglichen Lohn nochmals gekürzt hatte. Es war nicht recht, ihn einfach so abgeschoben zu haben, jetzt, wo er zu nichts mehr taugte.

Am frühern Morgen machte sich der Betriebsleiter gleich daran, Wong aufzusuchen. Weil die Sonne
hinter wolkenverhangenem Himmel verborgen war, war der Dorflümmel Wu heute mit seiner Steinschleuder hinter den Katzen des Dorfes her. Der Betriebsleiter wusste nicht genau, wo Wongs Haus lag, nur ein ungefähre Richtung, die er von der alten Bediensteten des Teehauses erfuhr, nachdem er zuerst von Wu in eine völlig falsche Richtung geschickt worden war. Nach einem beschwerlichen Marsch fand er die weit abgelegene kleine Hütte. Da sass der alte Wong vor seiner Türe auf einem kleinen Schemel und melkte seine Ziege. Hallo Wong, sagte er.

Wong war verblüfft. So etwas hatte er schon viele Jahre nicht mehr erlebt, dass der Chef ihn anspricht, ohne ihm gleich darauf einen Befehl zu erteilen. Das letzte Mal muss das gewesen sein, als er noch ein junger Bursche
war, dachte Wong. Was war bloss aus ihm geworden?
Ich möchte ihnen meine tiefe Dankbarkeit bekunden, sie haben unserer Familie über mehrere
Generationen treu gedient, und sich auch nie etwas zu Schulden kommen lassen, sagte der
Betriebsleiter. Hier möchte ich ihnen als ganz besonderen Dank einen Anteil am Pu Erh Schatz
unserer Familie überreichen, der noch von meinem Grossvater stammt. Es war ein Song Pin 1895. Ein ganzer Tong.
Sein Geburtsjahrgang. Wong war sprachlos. Darum verabschiedete sich auch der Betriebsleiter wieder,
ohne viele Worte zu machen. Er war über die stillschweigende Reaktion Wongs etwas irritiert,
hatte aber trotzdem das Gefühl, das Richtige gemacht zu haben. Hoffentlich stirbt er nicht noch daran,
dachte der Betriebsleiter auf dem langen Weg zurück ins Dorf.

Wong sass noch eine Weile da, und schnupperte etwas am Tong.
Er wagte es nicht, ihn aufzumachen. Er ging dann mit der Ziege rüber in den Stall,
und versteckte den Tong unter viel Heu, an einer Stelle, wo er sich mit seiner Frau einst geliebt hatte.
Es juckte ihn noch immer am Hintern, wenn er daran zurückdachte.

Die Jahre zogen daraufhin ins Land.
Es geschah nicht viel, und Wong lernte still zu sein.
Seine Ziege war schon sehr alt geworden, und gab bereits seit mehreren Jahren keine Milch mehr.
Aber das störte Wong nicht.
Hin und wieder ging er mit der Ziege ins Dorf hinunter in das kleine Teehaus,
und dort hörten sie immer wieder Gerüchte aus dem Westen.
Da soll einer gelesen haben, dass man in China Tee aus Fladen trinke, und es dann mit einem
getrockneten Fladen aus den Alpen probiert haben.
Alle lachten herzlich, mussten dann aber wieder zurück an ihre Arbeit.
Nur Wong nicht. Er blieb mit seiner Ziege noch etwas im Teehaus sitzen,
dann, wenn alle wieder bei der Arbeit waren, durfte sie sich auch noch etwas
aussuchen. Meistens Kuhmilch.
Mochte es tatsächlich Langnasen geben, fragte sich Wong, die sich ernsthaft für Pu Erh interessieren?

Eines Tages kam dann eine Langnase ins Dorf.
Und die Leute staunten nicht wenig über die sonderbare Gestalt.
Er tat so, als wüsste er über alles Bescheid, und man konnte ihm die verrücktesten Sachen verkaufen.
Die Dorfältesten hielten sich zwar etwas zurück, aber amüsierten sich umso mehr im Verborgenen.
Doch Wong war von der Langnase angetan.
Und er dachte seit langer Zeit wieder an seinen Tong, den er über all die Jahre nicht angerührt hatte,
weil er sich für zu unwürdig hielt, etwas so kostbares einfach zu verschwenden, indem er es selbst
trank. Er lebte sehr kärglich, und gab sich mit dem Nötigsten zufrieden.
Wenn es tatsächlich jemanden gibt, dachte Wong, der so eine weite Reise auf sich nimmt,
nur wegen etwas Tee, dann wäre das ein würdiger Erbe.

Jahre später, als er sich besonders kräftig fühlte, suchte er dann tatsächlich nach dem Tong, und fand ihn,
noch an genau der Stelle, an der er ihn einst versteckt hatte. Seine Kinder würden nur den materiellen
Wert darin sehen, dachte er. Und früher, lange bevor er sein Abschlussgeschenk erhalten hatte, hatten sie
sich nie für seine Arbeit interessiert, darum hatte er auch später nie mit ihnen darüber gesprochen.
Mit dem Tong in der Hand schwor er sich, dass wenn die Zeit reif wäre,
und sich Langnasen um ihrer Leidenschaft für Tee zu Freunden würden,
er sich auf den Weg zu ihnen machen würde, um seinen Schatz mit ihnen zu teilen.



2. Kapitel: Aufbruch

Im Mai, zu früher Morgenstunde, drehte der Dorflümmel Wu bereits seine Runde.
Er hielt heute Ausschau nach streunenden Hunden. Da ereilte Wong die Kunde
von den wahren Pu-Freunden des Westens. Als da sprach die Ziege,
und es war das erste Mal, dass sie sprach, fertig mit dem Reimen mein guter Wong,
auf, lass uns ziehen in das ferne Land, wir haben lange genug Trübsal geblasen an diesem
Ort der Stille.

Wu flehte und bettelte, dass Wong ihn mit auf die Reise nehmen solle, ja, müsse.
Doch Wong wehrte ab – du sollst hier meine Hütte haben, gib gut auf sie acht,
ich komme schon in wenigen Jahren zurück. So hast du ein Dach über dem Kopf,
und musst nicht mehr im Hühnerstall deines Onkels schlafen, und jemand schaut zu meiner Hütte.


Wong hatte kein Geld. Er war immer in Naturalien bezahlt worden. Aber
das war ihm stets recht gewesen. Er traute dem Geld nicht. Und nun, eine Reise
mit der Bahn, oder gar in einem Flugzeug, das hätte nicht zu unserem Helden gepasst.
Er hatte doch Zeit. Er hatte längst gelernt, dass er sich des Weges zu erfreuen
hatte und nicht immer nur auf ein Ziel hinzuarbeiten hatte. Das er dann doch
meist gar nicht richtig geniessen konnte. Da riss er überraschend mit grosser Kraft ein
Stück, gerade lang genug für einen Spazierstock, aus einem grossen Teebaum.
Mit seinem rostigen Messer begann er das Holz zu schälen und zurechtzuschnitzen.
Da Wong leicht wie eine Feder geworden war, bog sich der frische Stock nicht
unter seiner Last. Alsdann nahm Wong seinen Tong mit den sieben Song Pin Sheng,
band ihn mit einem modrigen Seil auf seinen Rücken, und machte sich das erste Mal
in die andere Richtung von seinem Haus auf, nämlich hinten, den steilen Berghang hoch.

Ganz oben auf dem Gipfel, konnte er auf sein marodes Haus herunterschauen.
Und was er da sah, gefiel ihm nicht. Wu schien bereits ein mittelgrosses Feuer im Stall
zu machen. Er fluchte über den Jungen und spie aus, sagte sich dann aber, gut,
ich habe meine Ziege mit mir, was will ich noch an diesem Ort,
dies ist die längste Zeit meine Heimat gewesen, besser, ich lasse alles ganz zurück,
dann hält mich auch nichts mehr zurück. Und er wendete sich ab.

Er erblickte die Weite des Landes. Noch nie zuvor hatte er den Berggipfel erklommen.
Warum war ihm das bloss noch nie zuvor in den Sinn gekommen, dachte er. Hier oben
war es so schön. Mein Dorf war meine Welt gewesen, das muss der Grund gewesen sein,
dachte er. Die Menschen, die Tee-Terassen, die wilden Bäume im Wald, das kleine Teehaus,
sein Pressstein.

Nebelverhangene Wipfel und Bergwald-Landschaften soweit sein Auge sehen konnte.
In dieser Richtung muss Burma liegen, dachte er, und er ging voran, leise ein altes Lied
aus seiner Jugend summend.

Zum ersten Mal überfielen ihn Sorgen, ob er wohlbehalten ankommen werde.
An das hatte er noch nicht einmal gedacht gehabt. Zu sehr hatte ihn der Westen
angezogen, und dass es dort Menschen geben soll, die so anders waren, als was
er es früher immer von anderen gelehrt bekommen hatte. Und er dachte daran,
dass seine Reise wohl eine Fügung war, von langer Hand geplant, denn auf einer
alten Karte, die er noch am Vortag in seinem Schuppen gefunden hat, bemerkte er
mit Erstaunen, dass er eine fast gänzlich gerade Linie des Weges vor sich hatte.
Überall schien das Meer von seinem Weg gewichen zu sein, und Land seinem Fuss
den Weg gebahnt zu haben. Nur Berge gab es in einer Unzahl, die sich vor ihm auftürmten,
aber das Gebirge war ihm nur allzu gut vertraut, ausserdem hatte er seine Ziege mit dabei -
gemeinsam würden sie es schon schaffen.

Die Reise sollte ihn in den ersten Abschnitten nach Burma über Assam, Bhutan, Tibet,
Sikkim und Nepal führen, wonach er einen kleinen Abstecher zu einem alten Freund in
Neu Delhi vorhatte. Er dachte, die Stadt sei schon nicht allzu gross, so dass er ihn
bestimmt einfach finden werde, sollte er doch geradezu eine Berühmtheit sein, da er, dank
seiner Maotai Festigkeit, jeden Inder unter den Tisch saufen täte, und das als Chinese.
Für ihn alleine müsse der lokale Krämer vom Schnaps alljährlich eine ganze Palette
importieren. So erzählte zumindest die Karte, die Wong von seinem alten Schulfreund
erhalten hatte, nachdem dieser in den Ruhestand eingetreten war, und sich häuslich
niedergelassen hatte.

Wong war endlich auf dem Weg.




Ein Foto von Cha-Shifu, welches ihm während dem Lesen des 2. Kapitels in den Sinn kam (aufgenommen in Jingmai)



3. Kapitel: Über sieben Berge musst du geh'n, um die Wege des Tees zu versteh'n

To be continued!

Freitag, 12. Dezember 2014

Warum eine hochwertige Yixing Ton-Kanne nicht für jeden jungen Sheng das Maß aller Dinge darstellt

Es wird im Internet gerne behauptet, für jeden Tee gäbe es nichts besseres als eine Tonkanne, und ganz besonders für Sheng.

Ich habe für jungen Sheng eine sehr gute Kanne, ziemlich heiß gebrannt, ziemlich glatt, gelagerter Zhuni-Ton aus den 90er Jahren:



Der eine oder andere mag vielleicht denken, daß eine etwas höhere Kanne für jungen Sheng vielleicht für die Entfaltung der Blätter noch besser wäre - ich habe das aber in anderen Kannen getestet, ohne spürbaren Unterschied im Resultat. Ich halte die richtige Form für den Tee für überbewertet, aber darum geht es in diesem Post nicht.

Für die meisten jungen Sheng ist diese, ich würde fast sagen, optimal.
Sie ist für die Mehrheit dieser Tees tatsächlich ein riesiger Gewinn!
Von der Natur nicht perfekt balanciertem jungen Sheng wird, wie man treffend sagt, die Kanten genommen. Der Ton interagiert doch ziemlich stark mit dem Tee - er entzieht dem Tee etwas Herbe, "dämpft" ihn etwas, er bringe das Gan (~Süsse) besser und schneller zum Vorschein, wie mir ein Pu'Er Hersteller neulich auf eine Frage antwortete.

Eine Yixing Kanne aus passendem Ton für jungen Sheng ist vielleicht entfernt vergleichbar mit dem Stopfen bei Blechblasinstrumenten. Beim Halbstopfen wird bspw. die Klangfarbe des Instruments abgedunkelt. Aber insbesondere wenn man ein wunderbar gearbeitetes Instrument hat, ist dies doppelt schade - denn nichts kommt dem ungedämpften Klang gleich. Und ähnlich verhält es sich auch bei extrem hochwertigen jungen Sheng. Da ist keinerlei Veränderung notwendig!

Ich habe bis zu einem erneuten Test mit sehr gutem jungen Lao Ban Zhang Sheng gedacht, dass man nur mit einer genügend hoher Dosis doch wieder auf der besseren Seite mit der Ton-Kanne landet - aber das hat sich nicht bewahrheitet!


Das leichte Tee-Schmatzen - oder wie ich überhaupt darauf gekommen bin

Als ich vor einer Weile zum ersten Mal mit solch hochwertigen jungen Sheng in Berührung gekommen bin, habe ich ob der Brillanz des Geschmacks etwas verträumt immer wieder leicht geschmatzt. Einmal habe ich solch einen Tee in der Yixing aufgegossen, einmal im Glas.

Da habe ich auf einmal bemerkt, dass ich nur dann wie von selbst leicht schmatzte, wenn ich ihn im Glas aufgegossen hatte. Der Aufguss aus der Yixing war zwar sehr lecker - aber diese geschmacklich überwältigende Brillanz war nicht mehr da - sie war "weggedämpft" durch den Einfluss des Tons.

Und darum hiermit mein Statement für einfache Glaskannen im Fall von extrem hochwertigen, praktisch perfekten jungen Sheng! So eine Glaskanne kostet nebenbei erwähnt nur ein paar Prozent der oben abgebildeten Tonkanne - gleicht sich dann mit der Zeit ja wieder aus mit dem Tee. ; )






In der Kanne: Wunderbarer 2011er Lao Ban Zhang vom erneuten Test

Montag, 10. November 2014

2013er Loose Sheng vom legendären, ca. 1250 Jahre alten Teebaum LC2206-23 in Bangwei

Heute steht auf dem Testprogramm junger Sheng von einem Teebaum, der nichts weniger als wissenschaftliche und landwirtschaftliche Geschichte geschrieben hat. Er allein hat den 100-jährigen wissenschaftlichen Wettstreit zwischen China und Indien, welche Nation als erste Tee kultiviert hat, zu Gunsten von China beendet.

Ich habe ein Foto gewählt, wo man gleich auch einmal sieht, wie Gerüste rundherum aufbaut werden, um von solch einem alten und grossen Teebaum überhaupt ernten zu können.


Wissenschaftliche Details
 

Es handelt sich um den scheinbar einzigen bekannten, uralten Übergangsbaum in China, das Zwischenstück von der alten, ungeniessbaren Teebaum-Art, zu der heutigen, kultivierten Art (die Blüten und Früchte weisen noch Merkmale der alten Art auf, während die Äste und Blätter der heutigen, kultivierten Art entsprechen). Diese Weiterentwicklung ist das Ergebnis der Kultivierungsarbeiten der früheren "Pu People". Später wurde dann die Teepflanze aus der Gegend um den Berg Jingmai in verschiedene Teile Chinas verbreitet.



Gedanken zur Bezeichnung des Pflückguts

Ob dieser alte Teebaum nebst dem riesigen Aufheben um "seine Person" auch noch wohlschmeckenden Tee zu spriessen lassen weiss, wird sich im nachfolgenden Test offenbaren!

Beim Pflückgut könnte man eigentlich von Lao Cong sprechen, was z.B. in Wuyi verwendet wird, um die Pflückung von einem einzigen, wildwachsenden, uralten (ca. 300+) Teebaum zu bezeichnen, und anders als die Bezeichnung Dan Cong (nebst dem Altersunterschied) nicht nur die vermischte Pflückung von zwar ebenfalls wildwachsenden, aber eben vielen verschiedenen, wenn auch genetisch identischen Teebäumen bezeichnet (Stecklinge). In Yunnan sind diese Bezeichnungen aber eigentlich unüblich, vielleicht, weil meist auch die Ernte von wilden, alten Bäumen gemischt wird, mehr aber wohl noch, weil Bezeichnungen auch Bestandteile von lokalen Traditionen sind.

 


Zubereitungsdetails

- 3 Gramm
- ca. 1.5dl (Saskia Kirkel still, britagefiltert)
- Aufguss-Temperatur: 92°
- Aufguss-Gefäss: 90er Zhuni Yixing
- Ziehzeiten: 1. Durchgang: 10 Sek., 2. Durchgang: 15 Sek., 3. Durchgang 20 Sek.
- Sonstiges: kein Waschgang/Aufwecken (ich bin ja nicht irre ; )


Let the session begin!

1. Aussehen der Blätter (trocken und aufgegossen) (total 5% gewichtet in der Endnote)

a) Aussehen trocken (2.5%): 2

Exzellent, makellos - wenn auch für mich nicht ganz das Ende der Fahnenstange.
Verschiedene andere Teesorten geben da unaufgegossen optisch manchmal schon noch etwas mehr her, wenn ich da an gewisse weisse, gelbe oder grüne Tees denke.


b) Aussehen aufgegossen (am Ende des yi pao cha) (2.5%): 1.5

Zarte, feine Blättchen. Makellos. Sie sehen meiner Meinung nach tatsächlich nicht ganz üblich aus! Sie sind feiner, wirken fragiler, nicht so dick, und haben irgendwie auch optisch leicht andere Blattäderchen.


http://4.bp.blogspot.com/-enjmZT2cRDk/VGIwJKXoMqI/AAAAAAAAAI4/49kx35h0hD4/s1600/_MG_8193.jpg


2. Duft (trocken und aufgegossen) (10%)

a) Duft trocken (die Blätter) (2.5%): 1.25

Obwohl ich eigentlich kein Steigerungspotential mehr sehe, lasse ich trotzdem noch etwas Raum für eine theoretische Steigerung. ; ) Kaum zu beschreibendes, dschungelsüssliches Aroma in der Nase.


b) Duft aufgegossen (der Tee vom 1. Aufguss) (5%): 2.5

Eigentlich nur dezente, grünliche Reifenoten - macht aber Lust, endlich zu probieren! 



c) Duft aufgegossen (die Blätter nach dem 1. Aufguss in der Kanne) (2.5%): 1.5

Seeehr interessant und etwas untypisch für jungen Sheng!
Man taucht mit der Nase in die Yixing zuerst wie in ein altes Gemäuer ein, vernimmt ganz leicht rauchige Fermentationsnoten, daraufhin entdeckt man aber auch süssliche Noten von reifem Obst und den Geschmack von Traubenkernen.



3. Aufgussfarbe (1. Aufguss) (5%): 2.25

Sehr leichtes, helles Grün mit schwachen, gelblichen Nuancen.
Ist halt kein Shou. ; )



4. Geschmack (inkl. Vielschichtigkeit) (1. Aufguss) (20%): 1.25

Ist der lecker! Zart und leicht, praktisch gar keine Kräuter, fast keine Herbe, aber eine zartseidene Süsse (Gan), mmmmh. Der Geschmack ist nicht extrem vielschichtig, dafür besonders erlesen, einige entfernte Anklänge an ganz feine Grüntees wie Maojian, einige zarte Fermentationsnoten, wie man sich so sehr an sie gewöhnt und schätzen lernt.



5. Nachhall [Qualität, Länge, Geschmacksweiterentwicklung] (1. Aufguss) (15%): 1.75

Die beliebte, wiederkehrende Süsse (Hui Gan) im Gaumen, auf, und besonders an der Seite der Zunge ist selbstverständlich vertreten, schön, zart, intensiv, aber auch nicht übermässig im in diesem Aspekt bewerteten 1. Aufguss. Er verklingt schön und sanft, wogt ein paar Mal mit zarten Wellen Süsse nach.



6. Ausdauer/Entwicklung: mehrfache Aufgiessbarkeit und geschmackliche Entwicklung der weiteren Aufgüsse (20%): 1.25

Toll, toll, toll!
Schon der 2. Aufguss ist wesentlich anders, kommt jetzt mit einer ganz leichten Herbe (ein bisschen junger Sheng typischer, aber wesentlich zarter), einer anderen Süsse, und auch einem anderen Nachhall (mit wesentlich mehr Hui Gan) daher. Auch im Nachhall plötzlich völlig unerwartete Noten, ähnlich denen, wie man sie von erlesenen taiwanesischen Hochland-Oolongs kennt. Dazu aber irgendwie eine Dschungel-Frucht-Süsse. Mann, macht dieser Tee Spass. 

Nachtrag: Ich habe tatsächlich noch knapp 20 Minuten nach dem letzten Schluck der zweiten Runde einen schönen, süssen Geschmack davon im Mund, wenn ich die Zunge etwas über den Gaumen streiche. 

Der 3. Aufguss geht wieder in Richtung 0-Herbe, dafür etwas reifere Süssenoten. Und im Nachhall kommt nun neu nach ca. 30 Sekunden ein Geschmack auf ähnlich wie der typische Umami-Nachgeschmack von guten Gyokuros, aber vermischt mit etwas Süsse (ich weiss, ich weiss, ist theoretisch fast sowas ein Widerspruch, kommt mir aber so vor).



7. Wirkung (psychisch und physisch, inkl. umgebender Mystik) (10%): 1.5

Eine unglaubliche Hitzewoge erwischte mich bereits mit dem ersten Aufguss, als wäre ich aus diesem regnerisch-kalten Novembertag mitten im Sommer gelandet. Ansonsten klare Wirkung, tut gut.
 


8. Preis/Leistung (15%): 1.5

Für das was er bietet, und auch von der Ausdauer her, meiner Meinung nach ein brillantes Preis-/Leistungsverhältnis (weniger als die Hälfte vom zuvor Getesteten). Das Problem ist nur, dass man kaum an die Ware rankommt, ich selbst bin auch nur im Besitz von knapp 20g, zustandegekommen durch eine in Tee-Dingen sehr vertrauenswürdige, taiwanesische Teefreundin, einigen Teegenossen unter dem Namen X. bekannt.




Endnote: 1.53

Auszeichnung: Kröti's Krönungszeremonien-Teequalität (1.50-1.74)





Definition der Bewertung der verschiedenen Aspekte des Tees:


1.0: Fast unerreichbare Perfektion - ein einmaliges Erlebnis, hier stimmt einfach alles - bei verschiedenen Aspekten überhaupt nur bei perfekten klimatischen Bedingungen erreichbar.
1.5: Weltklasse - dafür lohnt es sich, ein kleines Vermögen hinzublättern – üblicherweise um das Beste rum, was eine Region oder Sorte überhaupt zu bieten hat.
2.0: Exzellent, erhaben - Pflichtkauf für Tee-Liebhaber.
2.5: Sehr gut und lohnenswert - bei einfacherem Tee das Höchste der Gefühle, welcher nicht so komplex, dafür aber ausserordentlich gut gelungen ist und Spass macht.
3.0 Gut, solide - zu geniessen, haut einem nicht vom Hocker, ist aber lecker.
3.5 Befriedigend - lecker wäre übertrieben, kann man aber noch gut trinken.
4.0 Augen zu und durch - kann man trinken, aber weit entfernt von Spass. 
4.5 Lohnt sich nicht, dafür Wasser zu verschwenden - da könnte vielleicht mal was gewesen sein. Kann auch auf schlechte oder zu lange Lagerung zurückzuführen sein.
5.0 Einfach nur schlecht - verdirbt die Laune.
5.5 Ganz erstaunlich miserabel - man braucht ein besonderes Händchen, um überhaupt an solchen Tee zu gelangen.
6.0 Lebensmittelvergiftung - verdirbt nicht nur die Laune, sondern auch noch gleich den Magen.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Yin Zhen Mt. Taimu 2008

Geschätzte Teeliebhaber 

 

Herzlich willkommen auf meinem Blog.
Ich habe vor, hier hin und wieder ganz besondere Tees zu verkosten, und auch besondere Events wie die Fortsetzung der Oolong Oolympiade abzuhalten.


Zum heutigen Tee:

Yin Zhen aus Fujian ist fast jedem Teeliebhaber bekannt.
Aber kaum jemand kennt denjenigen vom ursprünglichen Kern-Anbaugebiet, dem Mt. Taimu.








Das Bild stammt von etwas weiter oben, aber diese Landschaft wollte ich euch doch nicht vorenthalten.

Dem Test stellt sich gar ein Gelagerter aus dem Jahre 2008.
Zu erwähnen ist, dass bei Yin Zhen 7 Jahre Lagerung als das Nonplusultra gilt.
Der Endverbraucherpreis hierfür läge bei ca. €6 pro Gramm, aber nur, wenn man überhaupt daran kommen kann, denn die Ware ist in China begehrt und knapp, und geht fast ausschliesslich über Auktionen an die Frau oder den Mann.
Im letzten Bewertungsaspekt (Preis-/Leistungsverhältnis) wird (zwangsläufig) auf die Frage eingegangen, ob sich dieser exorbitant teure Tee in irgendeiner Hinsicht oder für irgendjemanden "auszahlt".

Ein Klick aufs Bild für haarige Details (Makro-Aufnahme).

Generelle Bewertungsdetails: Ich bewerte hier auf dem Blog ausschliesslich nach den endgültigen Bewertungsaspekten, welche ich ursprünglich für die Fortsetzung der Oolong Oolympiade "entwickelt" habe, da hiermit meiner Meinung nach allen relevanten Aspekten eines Tees in einem optimalen Verhältnis Rechnung getragen wird, aber diese trotzdem auch einzeln ersichtlich sind, sollte jemand auf einen bestimmten Aspekt des Tees pfeiffen, z.B. das Preis-/Leistungsverhältnis. Ganz unten befindet sich zudem eine Legende zu den einzelnen Bewertungs-Noten. Es wird von 6 (min.) bis 1 (max.) bewertet, mit Abstufungen bis zu 1/4 (0.25) Noten. Die zusätzliche Prozentangabe bei den einzelnen Noten bedeutet deren prozentuelle Gewichtung in der Gesamtnote. So, das wärs mit dem Kleingeschriebenen, auf zum Tee!



Zubereitung:

 

- 1.5 Gramm
- ca. 1 dl
- 80°
- aufgegossen in der Sama Doyo (relativ neutral, etwas Patina - solche in der Art werden in Yunnan häufig zur Maocha Selektion verwendet)
- Ziehzeiten: 1. Durchgang: 90 Sek., 2. Durchgang: 60 Sek., 3. Durchgang: 120 Sek.
- Verwendetes Wasser: Saskia Kirkel still, zusätzlich durch Brita gefiltert



BEWERTUNG:

Aussehen der Blätter (unaufgegossen und aufgegossen) (5%) 

 

- unaufgegossen (2.5%): 1.25 

Nahe der Perfektion.


- aufgegossen (am Ende des yi pao cha) (2.5%): 1.5

Makellos.



Zwei hochqualitative, ausgelutschte Tees nebeneinander
Rechts der hier getestete Yin Zhen nach knapp 10 Aufgüssen, wie gesagt, makellos,
und zum Vergleich links zwei Blätter eines jungen Lao Man E Gushu Sheng nach ca. 15 Aufgüssen.

 

 

Duft (unaufgegossen und aufgegossen) (10%)

 

- unaufgegossen (die Blätter) (2.5%): 1.5

Der Geruch bildet eine derart dichte Einheit, dass keine einzelnen Geschmackskomponenten wie bestimmte Früchte oder Obst daraus eruierbar sind. Eine reife, tiefe, aromatisch leicht rustikale Süsse, nicht obstig. Brillant.


- aufgegossen (der Tee beim 1. Aufguss) (5%): 2

Untypisch! Etwas "wärmer" als Yin Zhen üblich. Sehr leichter Duft. Obst ist hierdrin aber erkennbar.


- aufgegossen (die Blätter nach dem 1. Aufguss) (2.5%): 1.75

Sehr Yin Zhen-untypisch!
Was vom typischen Yin Zhen stark abschweift im Detail:
Der Duft ist "wärmer", hat Nuancen von alter Mandarine und Honigmelone.
Sehr interessant im positiven Sinne!


Aufgussfarbe (1. Aufguss) (5%): 2.5


Nicht spektakulär, aber das war ja bei egal welchem Yin Zhen auch immer nicht anders zu erwarten.
Damit muss Yin Zhen halt generell leben, dass er in der Aufgussfarbe nicht sonderlich punkten kann. Dafür hat diese Machart in anderen Aspekten andere Vorteile.


Geschmack (inkl. Vielschichtigkeit) (1. Aufguss) (20%): 1.75


Sehr lecker. Mellow, süsslich, eher dezent, der stille Denker. Geht mit einem Aufwallen von süssen feinen Reifenoten unglaublich toll in den Nachhall hinüber - kommt wie eine Welle angerauscht.


Nachhall [Qualität, Länge, Geschmacksweiterentwicklung] (1. Aufguss) (15%): 1.25


Grandios. Wunderbare, reife Süsse. Und lange, verändert die Geschmacksebene mehrere Male (sicher 3, 4 Mal). Fegt einen 0815-Yin Zhen richtiggehend an die Wand.


Ausdauer/Entwicklung: mehrfache Aufgiessbarkeit und geschmackliche Entwicklung der weiteren Aufgüsse (20%): 1.5


Exzellent. Fährt wunderbar weiter. Im 2. Aufguss ist der Tee selbst noch etwas süsser, der Nachhall hingegen weniger, dafür kommen nun klarer zu definierende, luftige Yin Zhen Noten zum Vorschein. Aber wunderbar leicht und ohne Schwere trotzdem gaumenfüllend! Nebenbei erwähnt ist der letzte Satz das angestrebte Ziel von vielen Weissweinen. Im 3. Aufguss erscheint urplötzlich ein zitrusartige Note auf dem Parkett. Sehr abwechslungsreich versteht es der Tee, in immer neuen Erscheinungsformen zu glänzen, und den Betrachter in seinen Bann zu ziehen.
Auch am nächsten Tag aufgegossen schmeckt der 4. Aufguss glänzend, dies ist bei Yin Zhen ebenfalls nicht der Standard.


Wirkung (psychische und körperliche, inkl. umgebende Mystik betr. Sorte, Hersteller, o.ä.) (10%): 1.5


Der Tee zeigt eine sehr, sehr gute und schöne Wirkung, was das Renommee betrifft, aber noch mehr körperlich. ; )


Preis/Leistung (15%): 3.5


Oh ja hier muss er einstecken. Hier bewerte ich absolut diametral im Vergleich zu Parker und den meisten anderen in der Gourmetwelt, die etwas teuereres tendeziell schon rein wegen dem Preis mal etwas höher einschätzen - bei mir gibt das in der Endnote Abzug!
Verglichen mit üblichen Yin Zhen, und ich kenne einige, ist er deutlich besser und interessanter. Aber punkto Preis-/Leistungsverhältnis kann er gerade noch ein befriedigend davontragen.

Lohnen tut sich der Tee aber auf jeden Fall für Geniesser, die gar nicht aufs Geld schauen (müssen).
Ansonsten, wenn man ein Weissteeliebhaber ist, kann man sich durchaus Gedanken machen, ob man nicht ein paar Gramm davon für einen bestimmten Augenblick beschaffen möchte.




Endnote: 1.89

Auszeichnung: Kröti's Elitee-Qualität (1.75-1.99)

Bezugsquelle (bald mit Glück vielleicht in Kleinstmengen auf Anfrage erhältlich)



Definition der Bewertung der verschiedenen Aspekte des Tees:

 

1.0: Fast unerreichbare Perfektion - ein einmaliges Erlebnis, hier stimmt einfach alles - bei verschiedenen Aspekten überhaupt nur bei perfekten klimatischen Bedingungen erreichbar.

1.5: Weltklasse - dafür lohnt es sich, ein kleines Vermögen hinzublättern – üblicherweise um das Beste rum, was eine Region oder Sorte überhaupt zu bieten hat.

2.0: Exzellent, erhaben - Pflichtkauf für Tee-Liebhaber.

2.5: Sehr gut und lohnenswert - bei einfacherem Tee das Höchste der Gefühle, welcher nicht so komplex, dafür aber ausserordentlich gut gelungen ist und Spass macht.

3.0 Gut, solide - zu geniessen, haut einem nicht vom Hocker, ist aber lecker.

3.5 Befriedigend - lecker wäre übertrieben, kann man aber noch gut trinken.

4.0 Augen zu und durch - kann man trinken, aber weit entfernt von Spass. 

4.5 Lohnt sich nicht, dafür Wasser zu verschwenden - da könnte vielleicht mal was gewesen sein. Kann auch auf schlechte oder zu lange Lagerung zurückzuführen sein.

5.0 Einfach nur schlecht - verdirbt die Laune.

5.5 Ganz erstaunlich miserabel - man braucht ein besonderes Händchen, um überhaupt an solchen Tee zu gelangen.

6.0 Lebensmittelvergiftung - verdirbt nicht nur die Laune, sondern auch noch gleich den Magen.